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”Pignus amores habes” ”Du hast meiner Liebe Pfand”.

Der Trauring - Wissenswertes

 

Die Urform des Schmucks ist der Ring, dem seit den ältesten Zeiten mystische Bezogenheit und geheime Kräfte zugeschrieben werden. So zeigten viele der in Italien gefundenen Eheringe aus Eisen die Form eines kleinen Schlüssels, ein Zeichen dafür, dass man mit dem Ring der jungen Ehefrau die " Schlüsselgewalt " übertragen hatte.

Das Eisen wies dabei auf Bescheidenheit, Sparsamkeit und Treue hin, damals die vornehmsten Tugenden und Pflichten einer jungen Hausfrau. Bei den alten Ägyptern hatte der vierte Finger der linken Hand eine besondere Bedeutung. Es war der Liebesfinger, an dem vor der Hochzeit der Liebesring getragen werden musste. Von dort aus, so meinte man in romantischer Ansicht über die Anatomie, würde eine Vene direkt zum Herzen, dem Sitz aller Liebesgefühle, führen. Alten Legenden zufolge würde der Ring brechen, wenn die Treue gebrochen wurde. Auch die alten Germanen kannten den Ring als Pfand der Liebe. Der Mythos des Nordens berichtet, dass sich Siegfried und die Walküre Brunhild mit einem Ring ewige Treue gelobten. Schließlich führen das dramatische Ende der Nibelungen darauf zurück, dass Siegfried diesen Treueschwur gebrochen hat.

Warum man den Ring als Symbol für Liebe und Zusammengehörigkeit einsetzte, das erklärte der englische Schriftsteller Algernon Charles Swinburne so: " Seine runde Form bedeutet das Nichtenden und will sagen, daß Liebe und Neigung füreinander wie in einem Kreis fließen, von einem zum anderen und zwar für immer und ewig."
 

 

Geschichtliches:

 

Bereits in der Antike war der Trauring bekannt. Sowohl die alten Ägypter als auch Römer trugen den Trauring am Ringfinger der linken Hand. Der Grund hierfür war der Glaube, dass eine Ader von diesem Finger direkt zum Herzen und damit zur Liebe führt. Allerdings trugen im antiken Rom nur die Frauen einen Ehe- oder Verlobungsring. Letzterer war meist aus Eisen und galt als Zeichen der Bindung, vor allem aber auch als „Empfangsbestätigung” für die Mitgift. Der Brauch, den Trauring am nach ihm benannten Ringfinger zu tragen, hat sich bis heute erhalten. Während in vielen westlichen Ländern der Trauring am linken Ringfinger getragen wird, ist es in Deutschland, Österreich sowie unter anderem in Norwegen, Polen und Bulgarien üblich, den Ring am rechten Ringfinger zu tragen.

Eheringe sind oft mit Inschriften in der inneren Ringschiene versehen. In antiken römischen Ringen findet man beispielsweise „Pignus amoris habes“ – „Du hast meiner Liebe Pfand“. In heutigen Eheringen sind häufig der Name des Partners und das Datum des Versprechens zu lesen.

Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. gab es unter anderem auch goldene Ringe in Form zweier ineinander verschränkter Hände. Seine sakrale Bedeutung in der christlichen Kirche hat der Ehering spätestens seit Papst Nikolaus(um 850). Der Ehering gilt als Sinnbild der Treue und Beständigkeit und der ehelichen Bindung vor Gott. So wie der Ring keinen Anfang und kein Ende hat, so soll die Beziehung des Paares und der Bund mit Gott ewig währen. Seit dem 13. Jahrhundert gehört der Ring fest zum kirchlichen Trauritus.

Ein Paar von Ringen ist ein weit verbreitetes Symbol der Ehe, wobei oft ein Ring durch den anderen geführt ist. Die Ringe selbst werden auch mit symbolischer Bedeutung versehen. So hat ihre Kreisform kein Ende, verschlungene Ringe können nicht getrennt werden, ohne sie zu beschädigen und sie ähneln dem neuzeitlichen Symbol für Unendlichkeit (∞) und meist werden möglichst dauerhafte Materialien verwendet – sämtlich Symbole für die im Kontext der Ehe positiv konnotierten Konzepte Ewigkeit und Verbundenheit.

 

Trauringformen

Der Trauring der älteren Generation ist aus Gold, zwischen 4 mm und 8 mm breit und glatt. So kennt man den Ring schon seit Jahrzehnten bis in unsere heutige Gegenwart. Der Trend zur Individualisierung beim Schmuck ist heute aber auch beim Trauring zu registrieren.

  • Der Klassiker
    beide Ringe sind meist einfarbig, gleich in Form, Farbe und Aussehen, evtl. mit einem kleinen Brillanten.
  • Der Bi-Colorring
    beide Ringe sind
    in einem Materialmix aus zwei unterschiedlich farbigen Metallen gearbeitet: z.B.Weißgold-Gelbgold, Palladium/Platin-Gelbgold oder Kombinationen mit Rot bzw. Roségold.
  • Das Twinset
    die Grundringe
    sind Klassiker oder Bi-Color ,
    der Damenring erhält noch einen oder mehrere Diamanten.
  • Der Vorsteckring
    die Grundringe sind hier meist einfachere Klassiker und die Dame erhält einen zusätzlichen Ring mit einem Brillanten meist zur Verlobung oder als Brautgeschenk des Bräutigams.
    Auch Memoireringe
    gehören zu den Vorsteckringen
  • Der Memoirering (auch "Alliancering")
    der Vorsteckring ist mit Mehreren Diamanten in einer Linie besetzt; teilweise oder auch rundherum ausgefasst. Der teilausgefasste Ring wird Memoirering genannt, der rundum ausgefasste Ring Alliancering. Memoireringe werden je nach Anlass (Hochzeitstag, Geburt der Kinder usw.) immer wieder über Jahre hinaus mit einzelnen/mehreren Steinen ergänzt.
  • Der Solitärring
    hier ist in einem eher schlichten Ring nur ein Diamant verwendet. Er wird häufig als Verlobungsring verschenkt und kann dann später auch als Vorsteckring zum Trauring getragen werden